Rhino EVO Slider von Rhino Camera Gear

Rhino Tacoma Marsh-126_optimized

Hot Stuff !

Die Rhino EVO Slider Familie entwickelt sich langsam vom Geheimtipp zum heissen Scheiss dieses Sommers.

Spätestens seit Philip Bloom mit den Rhino Slidern unterwegs ist, hat es auch der etwas langsamere Geist mitbekommen: die im Staat Washington an der Westküste der USA gefertigten Rhino Slider sind echt brauchbare Geräte für einen fairen Preis. Rhino wurde von Kyle Hart gegründet, der diverse Kickstarter Kampagnen (unter anderem auch für den EVO Slider) zum Erfolg führte. Irgendwas macht der Kerl wohl richtig.

Was er in jedem Fall richtig macht: er hat sein Produktdesign im Griff. Die Rhino EVO Slider sehen top aus, sind gut verarbeitet und haben viele kleine, wirklich gut durchdachte, Details. Es gibt sie in zwei Längen (24″ und 42″) und jeweils in Carbon oder Edelstahl.

Rhino EVO Slider 24"
Rhino EVO Slider 24″

Die EVO Slider haben, wie auch schon die Vorgängerversion V1, eingebaute Outrigger Beine, mit denen der Slider superschnell und einfach auf dem Boden, einem Tisch, einer Motorhaube (STOP: Don’t try this at home) oder zwei willigen Assistenten aufgestellt werden kann. So kann man wirklich sehr bodennah arbeiten, besonders Timelapser wissen das zu schätzen. Toll ist auch die Möglichkeit, die Slider zentral auf nur einem Stativ aufzustellen, aber ehrlich gesagt würde ich das nur für die 24″ Varianten empfehlen – sonst wird der Hebelweg doch einfach zu lang und das kann sehr schädlich für den Stativkopf sein. Oder das gesamte Equipment, wenn das Stativ dann einfach umfällt. Hat was mit Physik zu tun. Erklär ich ein anderes mal 😉

Schön ist auch die eingebaute Bremse und die Gummipuffer an den Enden- Falls man mal nicht aufpasst und der Wagen sich in ungewollte Bewegung versetzt, kracht er nicht mit voller Pulle auf die Endbrackets, sondern wird sanft von jeweils zwei Gummiringen gebremst, die über die Rohre geschoben sind. Einfach und effektiv, so wie wir das mögen.

Optimale Laufeigenschaften

Was die Rhino Slider für mich wirklich auszeichnet, ist ihre Laufeigenschaft. Die laufen wirklich wie Butter und mit dem optional erhältlichen Flywheel (Schwungrad) wird das noch besser. Als manuelle Video-Slider kenne ich kein Produkt, dass bei gleichem Gewicht ähnliche Laufeigenschaften bietet. Auf den kurzen Edelstahl (genannt PRO) Slider kann man über 50 kg montieren. Die maximalen Beladungen aller Versionen findet ihr in folgender Tabelle.

Rhino Flywheel
Rhino Flywheel

 

Core 24″ Evo Carbon 24″ Evo Carbon 42″ Evo Pro 24″ Evo Pro 42″
Weight 3lbs 10oz 4lbs 4lbs 4oz 7lbs 6oz 10lbs 7oz
Load Capacity 15lbs 15lbs 7lbs 100lbs 50lbs
Tripod Mounting Center and Ends Center and Ends Center and Ends Center and Ends Center and Ends
Flywheel Capable No Yes Yes Yes Yes
Motion Capable No Yes Yes Yes Yes
Arc Capable No Yes Yes Yes Yes
Motion Beladung 25 lbs horizontal / 5 lbs at 45 degrees
Motion Ladezeit 4 hours
Motion Akkureichweite 7 hours
Motion Temperaturbereich 0F to 122F (-17C to 50C)

Rhino EVO Slider Motion Control

Rhino Motion Motion Controller
Rhino Motion Motion Controller

Auch der Motion genannte Motion Controller, der einen Schrittmotor ansteuert, ist sehr wertig verarbeitet, bietet danke eingebautem Akku eine extrem saubere Lösung ohne viel Kabelgewirr und lässt sich ziemlich idiotensicher bedienen. Man kann manuell per Drehrad den Slider live verfahren, es ist aber auch möglich, Fahrten zu programmieren, für Video und Timelapse. Im folgenden Video habe ich das mal kurz erklärt.

Achtung: im Video wird noch eine ältere Version des Motion Controllers gezeigt, die neuen Geräte haben einen anderne Motoranschluss. Der gezeigte Slider ist ein Rhino V1, kein EVO,  das ist dem Controller aber egal, der Funktionsumfang ist gleich.

Was ein bisschen nachteilig ist: Selbst mit dem (derzeit noch nicht verfügbaren) Arc-Modul kommt der Rhino EVO nicht auf mehr als zwei Achsen, was für viele Timelapser relativ unattraktiv sein dürfte. Es gibt allerdings die Möglichkeit, den Rhino Motor mit dem NMX Controller (oder dem eMotimo Spectrum) anzusteuern, dafür muss nur das Anschlusskabel modifiziert werden. Allerdings kann man den Rhino Motor nicht einzeln kaufen, so dass man dann den Rhino Motion Controller „übrig“ hätte…. alles nicht so einfach !

Die Steigleistung des Rhino ist mit max. 30% Steigung nicht so ganz optimal – wer häufig und gerne vertikale oder steil angulierte Fahrten macht, ist mit einem Dynamic Perception Stage One Plus besser bedient.

Die fehlende Intervalleinstellung des Controller ist gewöhnungsbedürftig, es wird über die Länge des Aufnahmezeitraumes und die Länge des Videos bestimmt, was bei mir zu ständigem Kopfrechnen geführt hat. Für Anfänger mag es aber eine angenehme Art und Weise sein, die ersten Schritte in die Timelapse-Welt zu machen, da ist sicherlich ein bisschen Geschmackssache dabei.

In einer früheren Version dieses Artikels hatte ich behauptet, der Rhino Motion Controller liesse keine Holy Grail Aufnahmen zu – das ist aber Quatsch. Die nötigen Einstellungen für den Controller erkläre ich hier.

Fazit

Wie oben schon erwähnt: als Videoslider kenne ich nichts besseres (ok, gibt schon welche, die ähnlich gut sind, die sind aber auch viel teurer und viel, viel schwerer). Für Timelapse ist der Slider durchaus gut verwendbar, wenn man die Einschränkung der Steigleistung in Kauf nimmt. Der Rhino Motion Controller selbst unterstützt nur maximal 2 Achsen (mit optionalem Rhino Arc), der Slider kann aber, wie oben erwähnt, mit Controllern von anderen Herstellern betrieben werden (z.B. eMotimo Spectrum oder Dynamic Perception NMX, MDK Controller), so dass 3- 4 Achsen auch mit dem Rhino EVO möglich wären. Das ist nicht die günstigste Variante, aber für den einen oder anderen Anwender sicher interessant.