Zeitraffer-Slider / Dollies

Die einfachste Möglichkeit, einer Zeitrafferaufnahme zusätzliche Spannung zu verleihen ist es, Tiefe durch die Bewegung der Kamera (z.B. mit einem Zeitraffer-Slider) zu erzeugen. Wenn sich der Vordergrund durch die Bewegung vom Hintergrund trennt, ist die Kamerafahrt richtig angewendet. Die perspektivische Verschiebung erzeugt eine zusätzliche Dimension – Tiefe –  in der Videoaufnahme. Das ist übrigens nicht nur bei Zeitraffer so, sondern auch bei „klassischen“ Video-Kamerafahrten.

DP Stage One dolly
Portabel und vielseitig: Dynamic Perception Stage One Dolly

Es gibt inzwischen eine Vielzahl von verschiedenen Slidern, die allte Ihre Vor- und Nachteile haben. Vom günstigen Eigenbau für ein paar Euro bis zum Highend Servo Slider für ein paar Tausend Euro ist so ziemlich jede Lücke mit einem Produkt gefüllt.

Welcher ist der perfekte Zeitraffer-Slider ?

DitoGear OmniSlider
Sehr gut durchdachtes System, aber verhältnismässig schwer und teuer: DitoGear OmniSlider

Bei der Wahl eines Zeitraffer-Sliders sollte man sozusagen von oben nach unten arbeiten, um das passende Produkt zu finden.

1.Welche Kamera(s) und Objektive möchte/muss ich mit dem Slider bewegen ?

2. Was ist die Anforderung an die Bewegung ? Brauche ich eine hohe Wiederholgenauigkeit, oder reicht es mir, wenn der Wagen halbwegs kontrolliert seinen Weg abfährt.

3.Reicht es mir, horizontale Fahrten zu machen, oder will ich auch vertikal oder anguliert fahren können ?

4. Wie sind die äusseren Bedingungen ? Arbeite ich häufig in windigen Situationen ? Oder muss ich häufig grössere Distanzen zu Fuss mit dem Equipment auf dem Rücken zurücklegen ?

Wie Ihr seht, bedeutet die Beantwortung dieser Fragen durchaus ein bisschen Widerspruch. Und damit ist die Überschrift beantwortet: Nämlich keiner !

Dass der Slider auf das Gewicht der Kamera (und ggf. Pan/Tilt Einheit) abgestimmt sein sollte, setze ich jetzt mal als selbstverständlich voraus.Wenn der Slider nur 5 kg trägt, macht es keinen Sinn, eine 10 kg Kamera darauf zu setzen.

Rhino EVO Slider
Rhino EVO Slider

Natürlich möchte jeder einen möglichst stabilen, dennoch leichten Slider, der sich einfach bedienen lässt und die unglaublichsten Fahrten hinbekommt. Aber dummerweise haben wir in unserem Universum ja ein bisschen mit der Physik zu tun, die uns so brauchbare Dinge wie Schwerkraft und Dynamik beschert. Daraus ergibt sich, dass es einfach Umstände gibt, bei denen der Slider und das Stativ nicht schwer genug sein können (z.B. bei Windstärke 8 auf dem Deich). Gleichzeitig ist es natürlich nicht sonderlich rückenschonend, wenn dieser Deich 5 km Fussmarsch weit vom nächsten Parkplatz ist. Da wünscht man sich dann leichte Carbon -Rohre.

So muss also jede(r) abwägen, für welche „Plattform“ sie/er sich entscheidet. Grundlage der Entscheidung sollte, meiner Meinung, die Mechanik sein, denn die Steuerung ist bei vielen Slidern austauschbar oder ergänzbar.

Rhino Zeitraffer-Slider mit eMotimo Pan & Tilt Head
Leicht und vielseitig: Rhino Zeitraffer-Slider mit eMotimo Pan & Tilt Head

Zeitraffer-Slider Steuerung

Dynamic Perception NMX Controller
Dynamic Perception NMX Controller

Wenn man dann die Entscheidung für eine Slider -Plattform getroffen hat, kann man sich dem Gedanken zuwenden, mit welcher Steuerung der Slider betrieben werden soll. Hier ist zuerst die Frage, ob mehrere Achsen (auch zukünftig, z.B. Pan/Tilt, Lens) betrieben werden sollen, oder nur der Slider. Dann muss man sich mit der Frage auseinandersetzen, ob eine simple Gleichstrommotorlösung (z.B. MX-3, kaum noch gebräuchlich) oder eine Schrittmotor-/ Servolösung mit der Möglichkeit, Bewegungen exakt zu wiederholen, sein muss.

Multi-Axis Motion Control mit Dragon Frame
Oder lieber etwas aufwändiger ? Multi-Axis Motion Control mit Dragon Frame

Ausserdem muss überlegt werden, welche Anforderung an die Steuerung gestellt wird, d.h. wie ist die Erweiterbarkeit, die Möglichkeit, komplizierte Bewegungen über Keyframes zu steuern, wird die Kamera angesteuert und wenn ja, wie ?

 

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